WhatsApp hat drei Milliarden Nutzer. Fenty hat's bemerkt.
Fenty Beauty hat seinen KI-Beautyberater auf WhatsApp platziert – nicht in einer App oder im Browser. Die Verteilungsstrategie zählt mehr als die Intelligenz dahinter.
Sir John Crabstone
Fenty Beauty hat einen KI-Beautyberater gestartet und ihn auf WhatsApp platziert. Nicht in einer Marken-App; nicht hinter einem Browser. WhatsApp hat drei Milliarden Nutzer, und die Wette liegt auf der Hand: Der Conversational Commerce wird dort gewonnen, wo das Gespräch bereits stattfindet.
Die Beraterin Rose Amber ermöglicht es Nutzern, Fragen zu stellen, Quizze zu absolvieren und Produkte aus den Bereichen Fenty Beauty, Fenty Skin und Fenty Hair zu entdecken. Glossy berichtet, dass das aktuelle Erlebnis zum Kauf weiterleitet; In-App-Transaktionen und eine globale Expansion sind in Planung. Die Theke ist geöffnet. Die Kasse kommt noch.
Die Berichterstattung konzentriert sich auf die KI. Die eigentlich interessante Geschichte ist die Adresse. Auf den Messaging-Plattformen von Meta finden täglich mehr als eine Milliarde Geschäftsgespräche statt, und fast achtzig Prozent der Menschen weltweit schreiben mindestens einmal pro Woche einem Unternehmen. In Brasilien fließen mehr als zwanzig Prozent von L’Oréals Direct-to-Consumer-Online-Umsätzen über WhatsApp – Zahlen, die der New Yorker zuerst veröffentlichte – und die Plattform konvertiert abgebrochene Warenkörbe sechsmal häufiger als E-Mail. L’Oréals eigener Beauty Genius-Chatbot verzeichnete über 480.000 Beta-Gespräche, bevor er in diesem Jahr auf WhatsApp expandierte. Diese Zahlen beschreiben Infrastruktur, keine Experimente.
Der westliche Beauty-Markt hat ein Jahrzehnt damit verbracht, App-Funnels und Browser-Checkouts zu perfektionieren. In Lateinamerika – und in den Märkten, die von Anfang an auf Messaging setzten, weil die Web-Infrastruktur dort nie richtig Fuß fasste – war der Kaufpfad nie ein Funnel; er war ein Gesprächsfaden.
Ein KI-Berater innerhalb von WhatsApp erreicht Verbraucher, die ein .com-Checkout nie kennengelernt hat. Die Technologie ist dieselbe. Die Gewohnheit nicht.
Rose Ambers KI ist nichts Besonderes; entscheidend ist, wo Fenty sie eingesetzt hat. Nanette Wong, Global VP für Marketing und Kommunikation der Marke, sagte Glossy, die Marke habe „schon immer tiefer mit Meta zusammenarbeiten wollen.” Das Adverb trägt das ganze Gewicht. Meta hat sich vom Medienkanal zur Commerce-Schicht entwickelt, und Fenty baut dort eine Theke auf.
Der Berater bedient derzeit die Vereinigten Staaten. Wer auf einer Plattform mit drei Milliarden Nutzern aufbaut, plant nicht, in einem einzigen Land zu bleiben.